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Wir wissen, dass eine tägliche Beschäftigung mit Musik den Geist so sehr erfrischt, dass er dann für alle anderen Gegenstände mehr Empfänglichkeit zeigt. (Zoltan Kodály)

Der Ton kehrt nie zur Saite zurück. (Stanislaw Jerzey Lec)

Man kann auch ein Virtuose des falschen Spiels sein. (Stanislaw Jerzey Lec)

Schöne Musik weckt Stille und schafft Raum (Yehudi Menuhin)

Musik ist das Bemühen, uns selbst zu erklären, wie unser Gehirn funktioniert. Wie versteinert lauschen wir Bach, weil wir dabei einem menschlichen Geist lauschen. (Lewis Thomas)

Die Moral der Musik besteht in der Treue zu den unwandelbaren Gesetzen der musikalischen Schwerkraft (jenen Gesetzen, nach denen Melodien fallen und Sequenzen den tieferen Tonarten zustreben, bis sie in der Auflösung zur Ruhe kommen) und der Treue zu der emotionalen Kraft und dem Drängen einer aufsteigenden Tonfolge, der schmetternden Trompeten, der dröhnenden Trommeln, eines Flötentons. Grosse Musik drängt aufwärts, schwingt sich empor, sinkt, kämpft und gibt sich schliesslich geschlagen oder scheitert oder gewinnt oder fügt sich, in Trauer oder Triumph, mit einem komischen Rülpser oder auf eine der unendlich vielen Weisen, über die sie verfügt. Ihre Mittel sind so unerschöpflich, dass keine Kompositionstheorie sie je erfassen kann. (John Gardner)

Musik ist die Sprache der Leidenschaft. (Richard Wagner)

Paganini ist der Wendepunkt der Virtuosität. (Robert Schumann)

Paganini hatte auf der Geige gesprochen, geweint, gesungen, gezwitschert, geschmeichelt und gezürnt. Es war die Entdeckung des spezifischen Instrumentalklangs, Musik unmittelbar aus dem Klang der Violine erfunden. Die Geige war sozusagen selbst die Musik. (Harald Eggebrecht)

Die Musik hat alle Eigenschaften eines Lasters: seine heftige Anziehungskraft, seine geheime Wollust, seinen seltsamen Zwang zur Selbstaufgabe. Geigen- oder Roulettespielen, Komponieren oder Opiumrauchen sind Neigungen, die ihren Lohn in sich selbst tragen. So sind die Musiker die einzigen menschlichen Wesen, deren Laster geachtet, geehrt, ja sogar bezahlt wird. Hat man die Virtuosität im Blut, so entschädigt allein das Betreten des Podiums für alle Mühe. Auch ohne dafür bezahlt zu werden, würde man öffentlich spielen; ja, um auftreten zu dürfen, würde man sogar bezahlen. (Fritz Kreisler)

Das grösste Verbrechen besteht darin, Noten zu spielen, anstatt Musik zu machen. (Isaac Stern)

Artikulieren heisst vermenschlichen. (Sergiu Celibidache)

Die Technik des Geigenspiels ist ja nicht schwierig, ich beherrschte sie nach sehr kurzer Zeit. Es ist die Musik, für die man Jahre, ja ein Menschenleben braucht, wenn man sie meistern will. (Nathan Milstein)

Solist zu sein ist in erster Linie eine Frage des besonderen Temperaments und des unerschütterlichen Selbstvertrauens und unterscheidet sich insofern beträchtlich von den Qualitäten eines erstklassigen Konzertmeisters, der schliesslich vor allem ein begeisterter kollegialer Ensemblespieler sein muss und weniger eine unabhängige, risikofreudige Führungspersönlichkeit. (Isaak Stern)

Musiker und Diener der Musik zu sein ist kein Beruf - es ist eine Lebensweise. (Isaak Stern)

Tone, pitch, and rhythm are basic elements of all music. It is only logical, then, that the technique of the violin be firmy founded on these three elements in terms of beauty of tone, accuracy of intonation, and precise control of rhythm. Technique has to combine with interpretation for successful performance, and the favorable issue of the performance depends upon the following factors:

1. The Physical Factor: consisting of (a) the anatomical make-up of the individual, in particular the shape of his fingers, hands, and arms, plus the flexibility of his muscular apparatus; (b) the physiological functioning with regard to the playing movements and the muscular actions that bring them about;

2. The Mental Factor: the ability of the mind to prepare, direct, and supervise the muscular acitvity;

3. The Aesthetic-emotional Factor: the capacity to understand and feel the meaning of the music, plus the innate talent to project its expressive message to the listener.

In violin playing we have to deal with two distinct categories of values. One of these can be called the abolute or unchangeable values and the other, the relative or changeable values. As the name implies, the first category is not affected by alterations of circumstances, whereas the second category my be modified or varied by the style of the period, a change of locale, or the taste of the performer.

Among the absolute values are (a) the necessity for total technical control and (b) the requisite of completely unqualified knowledge of the music to be played in all of its details, including a thorough understanding of its harmonic and formal structure. These requirements are obviously timeless. Certainly the ability to play in tune and in rhythm and to produce all of the varieties of tone colors and bowings likewise can never go out of fashion. Enlarging upon this, even though a tone color produced by certain type of vibrato might be contrary to the tast of particular place or time (might not be in style or in fashion), the ability to produce it cannot become obsolete, and thus, it has a definite place within the inventory of the absolute values of a complete technical equipment.

Conversely, the relative values deal with the interpretive side of the performance. Interpretation, as the word itself implies, contains a strong subjective element, namely the performer´s personal conception of what the music should sound like. Since this subjective element is vitally influenced by taste, style, and fashion (which all vary from individual to individual, from place to place, and from on period to another), interpretation has to be classified as a changeable value. (Ivan Galamian)

Musik ist ja auch eine Art des Sprechens. Sie spricht nicht mit Wörtern, sie spricht in Bildern, die jeder von uns nach eigenem Gutdünken in sich erzeugt - und der einzige Zugang zum Inneren der Musik liegt darin, herauszufinden, in wieviel Varianten man die gleiche Phrase sprechen kann. (Isaak Stern)

Leben antwortet dem Leben. Ist uns nicht das, was wir Musik nennen, gegeben worden, um eine neue und besondere Energie und Freude zu schaffen? (George Rochberg)

Die Schwierigkeit beim Cellospielen besteht darin, dass man wissen muss, wie man von einer Note zur nächsten gelangt. (Pablo Casals)

Intonation ist eine Frage des Gewissens (Pablo Casals)

Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an. (E.T.A. Hoffmann)

Das rein Musikalische ist dem Instrumentalen überlegen, es ist vorherrschend. (Pablo Casals)

Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit. (Longfellow, Henry Wadsworth)

Kunst ist eine höchst delikate Form, die Wahrheit zu sagen. (Martin Gregor-Dellin)

    Viva fui silvis;         Als ich lebte, war ich im Wald,
    fui duva occisa securi,   mich fällte das harte Beil.
    Dum vixi, tacui;       Als ich lebte schwieg ich;
    mortua dulce cano.     gestorben singe ich süss.
    (Alte Geigeninschrift)
     

Technik hab ich keine, aber einen Sau-Ton. (braver Schweizer Cellist)

Es hört doch jeder nur, was er versteht. (Johann Wolfgang Goethe)

Man muss stark empfinden, um andere empfinden zu machen. (Paganini)

Genie oblige!

Paganini ist eine Feuerseele eingeschossen in eine Geige. (E. Guillaume)

Paganini mag noch so leidend oder elend sein, der erste Bogenstrich wirkt wie ein elektrischer Funke, der ihm neues Leben verleiht, all seine Nerven schwingen mit den Seiten seiner Geige, und sein Verstand vermag nur noch die Regungen seiner Seele in Musik zum Erklingen zu bringen; er und seine Geige sind dann eins! Er lebt jetzt nur noch durch seine Violine, in ihr ruht seine Seele, von hier aus spricht sie zu uns, von hier aus herrscht sie uneingeschränkt und dann zwingt sie den Körper Paganinis, im Banne einer himmelstürmenden Kraftanspannung. (Francesco Benati)

Man muss den Klang im Ohr haben. Was die Ohren hören, können die Hände spielen. (Anner Bylsma)

Man sollte sich bewusst werden, dass nicht alles gesungen ist, sondern dass in der Musik auch gesprochen wird. (Anner Bylsma)

Das Handwerk ist der Beginn jeder Kunst. (Gidon Kremer)

In Tönen entblösst sich jemand viel mehr als mit Worten (Gidon Kremer)

Für das Musikhören - und auch für den eigenen Weg im Leben - ist es von unwahrscheinlicher Bedeutung, in sich selbst hineinzuhören. (Gidon Kremer)

Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme. (Richard Wagner)

The pulse of an artist is his only metronome. (Hans Richter)

The real artist creates his music for himself alone. (Fritz Kreisler)

Musicianship is the most direct expression of personality. (Fritz Kreisler)

All one´s life is music, if one touches the notes rightly and in time. (Ruskin)

Music is the most direct and untrammeled exponent of human emotion. (Fritz Kreisler)

The artist must always be superior to his instrument. (Jascha Heifetz)

You can make a violinist but you cannot make an artist. (Jascha Heifetz)

Ich spiele nur Musik, die besser ist, als man sie spielen kann. (Artur Schnabel)

In der Tat beginnt die gesamte Disziplin der Kunst dort, wo der denkende Theoretiker aufhört. (Georges Spencer-Brown)

Wenn du auslöscht Sinn und Ton - was hörst du dann? (Koan)

Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
trifft du nur das Zauberwort.
(Eichendorff)

Le violon me semble l´instrument «intime» par excellence. Le violon parle. Pour ma part, aucune pensée, aucun sentiment n´ont résisté à mes quatres cordes, alors que les mots sont si maladroits. (Jacques Thibaud)Gesang ist nichts anderes als die überhöhte Sprechstimme. (Gerard Mortier)

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist, zu schweigen. (Victor Marie Hugo)

Der Zweck der Kunst ist nicht die Auslösung einer kurzzeitigen Adrenalinausschüttung, sondern vielmehr die allmähliche, ein Leben lang dauernde Schaffung eines Zustandes des Staunens und der Heiterkeit. (Glenn Gould)

Zuerst tauchen Teile und Fetzen von dem Stück auf und verbinden sich in meinem Geist; danach, wenn meine Seele langsam mit der Arbeit warm geworden ist, wächst das Ding mehr und mehr, und ich entfalte es weiter und deutlicher, und schliesslich wird es in meinem Kopf beinahe fertig, selbst wenn es ein langes Stück ist, so dass ich das Ganze mit einem Blick übersehen kann, wie wenn es ein prächtiges Gemälde oder ein hübsches Menschenkind wäre; auf diese Weise höre ich es in meiner Phantasie ganz und gar nicht als Folge – wie ich es später hören muss -, sondern sozusagen alles auf einmal. Es ist ein ungewöhnliches Fest. All das Machen und Erfinden geht in mir vor wie in einem starken, prächtigen Traum. Aber das Beste von allem ist das Alles-auf-einmal-Hören. (Wolfgang Amadeus Mozart)

Noten haben einen zumindest ebenso bestimmten Sinn wie Wörter, wiewohl sie durch diese nicht zu übersetzen sind. (Felix Mendelssohn Bartholdy)

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

Die Musik, die Zustände des Glücks, die Mytholgie, die von der Zeit gewirkten Gesichter, gewisse Dämmerungen und gewisse Orte wollen uns etwas sagen oder haben uns etwas gesagt, was wir nicht hätten verlieren dürfen, oder schicken sich an, uns etwas zu sagen; dieses Bevorstehen einer Offenbarung, zu der es nicht kommt, ist vielleicht der ästhetische Vorgang. (Jorge Luis Borges)

Es ist immer möglich, dass selbst dem härtesten Gehör eine diskrete Melodie das Getöse der Welt übertönt. (Nicólas Gómez Dávila)

Ein grosser Künstler triumphiert, gleichgültig mit Hilfe welcher ästhetischen Theorie er beäugt wird. (Nicólas Gómez Dávila)

Lay down your weary tune, lay down,
Lay down the song you strum,
And rest yourself 'neath the strength of strings
No voice can hope to hum.

Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
Lay down your weary tune, lay down,
Lay down the song you strum,
And rest yourself 'neath the strength of strings
No voice can hope to hum.

The ocean wild like an organ played,
The seaweed's wove its strands.
The crashin' waves like cymbals clashed
Against the rocks and sands.
Lay down your weary tune, lay down,
Lay down the song you strum,
And rest yourself 'neath the strength of strings
No voice can hope to hum.

I stood unwound beneath the skies
And clouds unbound by laws.
The cryin' rain like a trumpet sang
And asked for no applause.
Lay down your weary tune, lay down,
Lay down the song you strum,
And rest yourself 'neath the strength of strings
No voice can hope to hum.

The last of leaves fell from the trees
And clung to a new love's breast.
The branches bare like a banjo played
To the winds that listened best.

I gazed down in the river's mirror
And watched its winding strum.
The water smooth ran like a hymn
And like a harp did hum.
Lay down your weary tune, lay down,
Lay down the song you strum,
And rest yourself 'neath the strength of strings
No voice can hope to hum.

(Bob Dylan)

Musiker sind in gewisser Weise Heilige. Sie nehmen nicht, sie geben. Und sie berühren einen auf seltsame Weise. (Donn Alan Pennebaker)

Ein wohlkonstruiertes Kunstwerk nimmt dich auf, entzückt dich, zeigt dir die Geheimnisse deines Seins, bringt dich zurück und setzt dich, der du darüber erstaunt bist, was dich da getroffen hat, wieder zurück auf dein Füße. (George Spencer-Brown)

Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen. (Johann Wolfgang von Goethe)

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. (Johann Wolfgang von Goethe)

Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen. (Theodor W. Adorno)

Um schön zu sein, muss sich die Musik an der äußersten Kante der Katastrophe bewegen. (Johann Nicolaus Graf de la Fontaine und d´Harnoncourt-Unverzagt)

Die Kunst ist nicht das einzige, was die unbedeutendsten Dinge mit Zauber und Geheimnis zu umhüllen vermag; die gleiche Macht, sie in tiefinnerliche Beziehungen zu uns zu setzen, ist auch dem Schmerz gegeben. (Marcel Proust)

Es ist viel schwieriger ein Meisterwerk zu verschandeln, als es hervorzubringen. (Marcel Proust)

Der Zweck der Kunst ist, den göttlichsten, entlegensten der Akkorde anzuschlagen, die in unserer Seele Musik machen; und Farbe ist an sich eine mystische Gegenwart auf der Oberfläche der Dinge und der Ton eine Art Schildwache. (Oskar Wilde)

Die Kunst ist das mathematische Resultat des emotionellen Strebens nach Schönheit. Wenn ein Kunstwerk nicht durchdacht ist, ist es nichts. (Oskar Wilde)

Das Kunstwerk soll den Zuschauer beherrschen: nicht der Zuschauer das Kunstwerk. Der Zuschauer soll empfänglich sein. Er soll die Violine sein, die der Meister spielt. (Oskar Wilde)

Ohne Musik kein Träumen. Ohne Träumen kein Mut. Ohne Mut kein Machen. (Wim Wenders)

Kein einziger Klang fürchte die Stille, die ihn auslöscht. Und es gibt keine Stille, die nicht mit Klang geladen ist. Wie in der Stille, die vorkommt, wenn zwei Menschen der Freundschaft eines anderen gewiss sind, gibt es keine Nervosität, nur ein Gefühl des Eins-Seins. (John Cage)

Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden. (Franz Schubert)

Malerei besteht aus klingenden, mit Leidenschaft erfüllten Formen. (Marc Chagall)

Kommt auf dem Pfad des Gesanges
wo man die Fußspuren nicht sieht
über den Regenbogen
herab die Felsenschlucht
Kommt auf dem Pfad des Gesanges
Götter der Navajo
aus blauem Himmelsland
und herauf aus der Unterwelt

(Navajo)

Die Lust am Geigen: Das In-Eins-Fließen all der vielen hochkomplexen und schnellen Verrichtungen beider Hände, das Reiten auf dem Melos wie auf einem Wogenkamm, das Hineinsinken in die Brillanz, das Gefühl der Macht über einen ganzen Saal voll Menschen, welche Musik wohl musisch genossen, unter denen aber ganz gewiss keiner sich befand, dem sie zur körperlichen Eigentümlichkeit geworden war in solchem Masse wie dem Spieler. (Heimito von Doderer)

Was bedeutet mir eine Kunst, deren Ausübung mich nicht verwandelt? (Paul Valéry)

Ich möchte die Empfindung des Virtuosen teilen, der, mit dem Ohr am Holz der Geige, seiner eigenen Hand lauscht und einen geschlossenen Sinnkreis bildet, in dem berückenden Gefühl, er könne ihn in beide Richtungen durchlaufen. Sich-Zuhören und Hervorbringen: Einheit. (Paul Valéry)

Die Wurzel aller Kunst und vielleicht auch alles Geistes ist die Furcht vor dem Tode. (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund)

In ewigen Verwandlungen begrüßt uns des Gesangs Macht hienieden. (Novalis)

Die Ursprünge der Musik liegen weit zurück. Sie entsteht aus dem Maß und wurzelt in dem großen Einen. Das große Eine erzeugt die zwei Pole; die zwei Pole erzeugen die Kraft des Dunkeln und des Lichten.
Wenn die Welt in Frieden ist, wenn alle Dinge in Ruhe sind, alle in ihren Wandlungen ihren Oberen folgen, dann lässt sich die Musik vollenden. Wenn die Begierden und Leidenschaft nicht auf falschen Bahnen gehen, dann lässt sich die Musik vervollkommnen. Die vollkommene Musik hat ihre Ursache. Sie entsteht aus dem Gleichgewicht. Das Gleichgewicht entsteht aus dem Rechten, das Rechte entsteht aus dem Sinn der Welt. Darum vermag man nur mit einem Menschen, der den Weltsinn erkannt hat, über die Musik zu reden.
Die Musik beruht auf der Harmonie zwischen Himmel und Erde, auf der Übereinstimmung des Trüben und des Lichten.
Die verfallenden Staaten und die zum Untergang reifen Menschen entbehren freilich auch nicht der Musik, aber ihre Musik ist nicht heiter. Darum: je rauschender die Musik, desto melancholischer werden die Menschen, desto gefährdeter wird das Land, desto tiefer sinkt der Staatsmann. Auf diese Weise geht auch das Wesen der Musik verloren.
Was alle heiligen Staatsmänner an der Musik geschätzt haben, war ihre Heiterkeit. Die Tyrannen Giä und Dschou Sin förderten rauschende Musik. Sie hielten die starken Klänge für schön und Massenwirkungen für interessant. Sie strebten nach neuen und seltsamen Klang-wirkungen, nach Tönen, die noch kein Ohr gehört; sie suchten einander zu überbieten und überschritten Maß und Ziel.
Ursache des Verfalls des Staates Tschu war, dass sie die Zaubermusik erfanden. Rauschend genug ist ja eine solche Musik, aber in Wahrheit hat sie sich vom Wesen er Musik entfernt. Weil sie sich vom Wesen der eigentlichen Musik entfernt hat, darum ist diese Musik nicht heiter. Ist die Musik nicht heiter, so murrt das Volk, und das Leben wird geschädigt. Das alles entsteht daraus, dass man das Wesen der Musik verkennt und nur auf rauschende Klangwirkungen aus ist.
Darum ist die Musik eines wohlgeordneten Zeitalter ruhig und heiter, und die Regierung gleichmäßig. Die Musik eines unruhigen Zeitalters ist aufgeregt und grimmig, und seine Regierung ist verkehrt. Die Musik eines verfallenden Staates ist sentimental und traurig, und seine Regierung ist gefährdet. (Frühling und Herbst des Lü Bu We)

Alle Musik wird geboren im Herzen der Menschen. (Frühling und Herbst des Lü Bu We)

Aus reiner Tugend entströmt reine Musik. (Frühling und Herbst des Lü Bu We)

Gleich dem Tanz und gleich jeder Kunstübung ist die Musik in vorgeschichtlichen Zeiten ein Zaubermittel gewesen, eines der alten und legitimen Mittel der Magie. Beginnend mit dem Rhythmus (Händerklatschen, Aufstampfen, Hölzerschlagen, früheste Trommelkunst) war sie ein kräftiges und erprobtes Mittel, eine Mehrzahl und Vielzahl von Menschen gleich zu „stimmen“, ihren Atem, Herzschlag und Gemütszustand in gleichen Takt zu bringen, die Menschen zur Anrufung und Beschwörung der ewigen Mächte, zum Tanz, zum Wettkampf, zum Kriegszug, zur heiligen Handlung zu ermutigen. (Hermann Hesse, Glasperlenspiel)

Man kann strenger Logiker oder Grammatiker und dabei voll Phantasie und Musik sein. (Hermann Hesse, Glasperlenspiel)

Die Musik des Herrn der gelben Erde

Nordheim der Fertige fragte den Herrn der gelben Erde und sprach: »Eure Majestät führten die Musik der Sphärenharmonien auf in den Gefilden des Dung Ting Sees. Als ich den ersten Satz hörte, bekam ich Angst; als ich den zweiten Satz hörte, ward ich erschöpft; als ich den letzten Satz hörte, ward ich verwirrt. Unaussprechliche Unendlichkeitsgefühle stiegen in mir auf, und ich verlor mich selbst.«

Der Herrscher sprach: »Es konnte dir nicht anders gehen. Ich machte die Musik mit menschlichen Mitteln, aber stellte Himmlisches dar. Ich ordnete ihre Bewegungen nach den Regeln der Kunst und gab ihr Gehalt durch die große Reinheit. Die höchste Musik entspricht zuerst den menschlichen Geschäften; sie passt sich an den Ordnungen des Himmels. Sie wandelt sich nach den verschiedenen Daseinsformen und entspricht der Freiheit. Dann ordnet sie die Jahreszeiten und bringt in Harmonie alle Geschöpfe. Die Jahreszeiten treten nacheinander auf, und die Geschöpfe entstehen in ihrem Lauf. Der Wechsel von Blüte und Untergang wird bezeichnet durch friedliche und kriegerische Klänge. Bald rein, bald trübe zeigt sie die Harmonie der lichten und dunklen Weltkraft. Wie fließender Glanz ist ihr Ton. Die Larven der Insekten beginnen sich zu regen; ich schreckte sie auf durch Donner und Blitz. Das Ende wird durch keinen Schluss bezeichnet, der Anfang hat keine Einleitung. Bald Tod, bald Leben; bald schien sie zu enden, bald fing sie wieder an. Was ewig ist und unerschöpflich, kann nicht durch eine Weise ausgedrückt werden. Deshalb bekamst du Angst.

Beim zweiten Satz folgte meine Musik der Harmonie der lichten und dunklen Urgewalt. Ich ließ den Schein von Sonne und Mond darin leuchten; so vermochten ihre Töne bald kurz zu sein, bald lang, bald weich, bald stark. Sie wechselten und wandelten sich und blieben doch in einer Tonart. Es war kein beherrschendes Motiv darin, so gab es eine ewige Melodie. Sie füllte die Täler, sie füllte die Schluchten; sie stillte das Sehnen, sie wahrte den Geist; sie gab allen Dingen das Maß. Ihre Klänge waren breit verhallend, ihr Ton war hoch und klar. Darum wahrten Geister und Götter ihre Verborgenheit. Sonne, Mond und Sterne wandelten ihre Bahnen. Ich gab ihnen ihre festen Grenzen durch die Endlichkeit. Ich ließ sie strömen durch die Unaufhörlichkeit. Du wolltest sie erfassen, aber du konntest sie nicht begreifen; du blicktest darnach, aber konntest nichts sehen; du folgtest ihr, aber konntest sie nicht erreichen. So standest du überwältigt am Weg zum Nichts. Du lehntest dich auf deine Laute und summtest mit. Dein Augenlicht erschöpfte sich, als du zu schauen begehrtest. Da ich dir unerreichbar blieb, behieltest du nur die äußere Form, dein Inneres ward leer. Du warst wie die abgestreifte Hülle einer Zikade, und du wardst erschöpft.

Beim dritten Satz gab meine Musik Töne, die keine Erschöpfung aufkommen ließen. Ich stimmte sie ein auf das Gesetz der Freiheit. Darum folgten sich die Töne wie sprudelnde Quellen, wie üppig sprossende Pflanzen, wie die Freude der Wälder, die den Blicken verborgen ist. Sie breitete sich in ihren Bewegungen aus und ließ keine Spur zurück. Tief und dämmernd und ohne Klang bewegte sie sich im Jenseits und weilte in dunklen Tiefen. Der eine mag es für Tod halten, der andere für Leben, der eine für Wirklichkeit, ein anderer für Schein. Die Töne flossen aufgelöst dahin. Ohne beherrschendes Motiv war es eine ewige Melodie. Die Welt versteht sie nicht und muss sie zur Beurteilung dem Berufenen überlassen. Der Berufene erfasst ihre Gefühle und vermag ihren Gesetzen zu folgen. Wenn keine unsichtbare Triebkraft sich spannt und [160] doch alle Sinne Fülle haben: das ist himmlische Musik. Wortlos erfreut sich das Herz. So hat der Herr des Wirbels zu ihrem Lob gesagt:

„Man horcht nach ihr und hört nicht ihren Laut;
Man schaut nach ihr und sieht nicht ihre Form.“

Sie erfüllt Himmel und Erde und umfasst den ganzen Raum. Du wolltest sie hören und erfasstest nichts. Darum wurdest du verwirrt.

Die Musik wirkte anfangs Angst; durch die Angst wurdest du berückt. Dann ließ ich die Erschöpfung folgen; durch die Erschöpfung wurdest du vereinsamt. Zum Schluss erzeugte ich Verwirrung; durch die Verwirrung fühltest du dich als Tor. Durch die Torheit gehst du ein zum SINN. Also kannst du den SINN beherbergen und eins mit ihm werden.“ (Dschuang Dsi)

Die Töne entstehen im Herzen des Menschen. (Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche)

Die Liebe entspringt der Musik. (Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche)

Die Musik führt zur Harmonie, sie erhebt zu den Göttern und folgt dem Himmel. (Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche)

Die Musik ist die Blüte der Lebenskraft. (Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche)

In dem vergänglichen Gefäß, das da Mensch heißt, fließt das Lied wie das Wasser der Ewigkeit. Alles wäscht es weg, alles gebiert es neu. (Isaak Babel)

Dein Lied erklang, es war kein Ton vergebens. (Clemens von Brentano)

 

Abendständchen

Hör, es klagt die Flöte wieder,
und die kühlen Brunnen rauschen!
Golden weh'n die Töne nieder,
stille, stille, lass uns lauschen!
Holdes Bitten, mild Verlangen,
wie es süß zum Herzen spricht!
Durch die Nacht, die mich umfangen,
blickt zu mir der Töne Licht!

(Clemens von Brentano)
 

Nun töne Lied mit eignem Feuer!
Denn du bist älter – du bist neuer!
 

(Johann Wolfgang von Goethe)
 

Eine Komposition sollte unbedingt ihre logische Struktur, ihren dramaturgischen gezielten Aufbau haben und zugleich erschüttern, die Gefühle des Hörers schonungslos aufwühlen. (Sofia Gubaidulina)

 

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
(Heinrich Heine)

 


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