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Das große Schweigen

Hast du das grosse Schweigen erlebt,
Haust du gewagt, das Unbekannte aufzusuchen,
Unbekannte Wege begangen,
Die weissen Flecke der Karte gekreuzt,
Hast du entbehrt, gedürstet, gesiegt,
Bist du aufgegangen in der Grösse des Alls?
Hast du Gott in seiner unendlichen Grösse gesehen,
Den Text gehört, den die Natur die predigt?
Dann lausche auf die Weite, sie ruft dich zurück

(Fridtjof Nansen)

Ein Jäger ist so erfolgreich wie seine Frau tüchtig ist. Eine fleissige und geschickte Frau ist für den Mann das wichtigste im Leben. (Sagdlork - Polareskimo)

In Beauty

House made of dawn.
House made of evening light.
House made of the dark cloud.
House made of male rain.
House made of dark mist.
House made of female rain.
House made of pollen.
House made of grasshoppers.

Dark cloud is at the door.
The trail out of it is dark cloud.
The zigzag lightning stands high upon it.
An offering I make.
Restore my feet for me.
Restore my legs for me.
Restore my body for me.
Restore my mind for me.
Restore my voice for me.
This very day take out your spell for me.

Happily I recover.
Happily my interior becomes cool.
Happily I go forth.
My interior feeling cool, may I walk.
No longer sore, may I walk.
Impervious to pain, may I walk.
With lively feelings may I walk.
As it used to be long ago, may I walk.

Happily may I walk.
Happily, with abundant dark clouds, may I walk.
Happily, with abundant showers, may I walk.
Happily, with abundant plants, may I walk.
Happily on a trail of pollen, may I walk.
Happily may I walk.
Being as it used to be long ago, may I walk.

May it be beautiful before me.
May it be beautiful behind me.
May it be beautiful below me.
May it be beautiful above me.
May it be beautiful all around me.
In beauty it is finished.
In beauty it is finished.

(Navajo Song)

The secret is never to lose the power of wonder at the mystery of the universe. If you keep that, you stay young forever. If you lose it, you die. (Sigurd Olson)

Einsamkeit, wie bist du übervölkert! (Stanislaw Jerzey Lec)

Das so viele Menschen bei jeder Gelegenheit der Stadt entfliehen, um in der Natur zu wandern, Kanu zu fahren und Ski zu laufen, liegt vor allem daran, dass die unverdorbene Natur einen Hauch von Abenteuer bietet, eine Chance, unsere alte, voragrarische, vorindustrielle Freiheit wiederzuentdecken. Wenn wir uns unter primitiven Bedingungen in Wälder und Wüsten, auf Berge und Flüsse wagen, erschliesst sich uns, wie oberflächlich und kurzfristig auch immer, so etwas wie eine Proust´sche Wiedergewinnung der vielfältigen Erlebnisse unserer frühen Existenz, unseres elementaren Erbes von Millionen Jahren des Jagens, Sammelns und Umherziehens. (Edward Abbey)

Beim Jagen fühlt sich die Luft, die über die Haut streicht oder in die Lungen dringt anders, köstlicher an, die Felsen bekommen eine ausdrucksvollere Physiognomie, und die Vegetation lädt sich auf mit Bedeutung. Der Jäger duckt sich instinktiv, um nicht gesehen zu werden; seine ganze Umgebung nimmt er aus der Sicht des Tieres wahr, und er bemerkt alle Einzelheiten, auf die das Tier achtet. Dies nenne ich: in der Landschaft sein. Wind, Licht, Temperatur, Bodenkontur, Mineralien, Vegetation, alles spielt eine Rolle; es ist nicht einfach nur da, wie für den Touristen oder den Botaniker, sondern es hat eine Funktion, es ist aktiv. Und all diese Aspekte funktionieren nicht so wie in der Landwirtschaft, sonder alle haben von innen heraus am Drama der Jagd teil. (José Ortega y Gasset)

Wir gewinnen nie etwas, wenn wir versuchen, etwas gegen die Natur zu tun. (Pablo Casals)

Die aufsteigende Lerche

Sie steigt empor
und beginnt zu kreisen,
Sie lässt die silberne Kette
aus Klang fallen,
Bestehend aus
endlos vielen Gliedern,
Mit Zwitschern, Pfeifen,
Trillern und Schleifen.
Ihr Singen,
das den Himmel füllt,
Ist Liebe zur Erde,
die sie in uns weckt,
Sie schwingt sich
höher und höher,
Unser Tal
ist ihr goldener Becher,
Und sie der Wein,
der überfliesst
Uns mit emporhebend.
Bis sie sich in luftigen Kreisen
Im Licht verliert,
Und ihr Traumbild singt weiter.

(George Meredith)

Nur die Natur tut Grosses umsonst. (Alexander Iwanowitsch)

Mein erster Lehrer war die Natur. (Swami Rama)

Wasser ist der Nektar der Natur, Wasser ist Liebe. Es bedeutet Leben (Mahesh)

VOGELSCHAU

Weisse schwalben sah ich fliegen
Schwalben schnee- und silberweiss
Sah sie sich im winde wiegen
In dem winde hell und heiss.

Bunte häher sah ich hüpfen
Papagei und kolibri
Durch die wunder-bäume schlüpfen
In dem wald der Tusferi.

Grosse raben sah ich flattern
Dohlen schwarz und dunkelgrau
Nah am grunde über nattern
Im verzauberten gehau.

Schwalben seh ich wieder fliegen •
Schnee- und silberweisse schar •
Wie sie sich im winde wiegen
In dem winde kalt und klar!

(Stefan George)

Komm in den totgesagten Park

Komm in den totgesagten Park und schau
Der schimmer ferner lächelnder gestade
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade 

Dort nimm das tiefe gelb, das weiche grau
Von birken und von buchs, der wind ist lau
Die späten rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den kranz

Vergiss auch diese letzten astern nicht
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht

(Stefan George)

Novemberrose

Sag mir blasse Rose dort
Was stehst du noch an so trübem ort?
Schon senkt sich der herbst am zeitenhebel
Schon zieht an den bergen novembernebel.
Was bleibst du allein noch blasse rose?
Die letzte deiner gefährten und schwestern
Fiel tot und zerblättert zur erde gestern
Und liegt begraben im mutterschoosse...

Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!
Ich warte noch eine kleine weile.
Auf eines jünglings grab ich stehe:
Er vieler hoffnung und entzücken
Wie starb er? Warum? Gott es wissen mag!
Eh ich verwelke eh ich vergehe
Will ich sein frisches grab
noch schmücken
Am totentag.

(Stefan George)

Vor meiner Tür

Über viele Jahre
und unter grossen Kosten
reiste ich durch viele Länder
sah die hohen Berge
die Ozeane.
Nur was ich nicht sah
war der glitzernde Tautropfen
im Gras gleich vor meiner Tür.

(Rabindranath Tagore)

Die Natur aber ist das Reich der Freiheit. (Alexander von Humboldt)

The Spell of the Yukon

I wanted the gold, and I sought it;
I scrabbled and mucked like a slave.
Was it famine or scurvy, I fought it;
I hurled my youth into a grave.
I wanted the gold, and I got it --
Came out with a fortune last fall, --
Yet somehow life's not what I thought it,
And somehow the gold isn't all.

No! There's the land. (Have you seen it?)
It's the cussedest land that I know,
From the big, dizzy mountains that screen it
To the deep, deathlike valleys below.
Some say God was tired when He made it;
Some say it's a fine land to shun;
Maybe; but there's some as would trade it
For no land on earth -- and I'm one.

You come to get rich (damned good reason);
You feel like an exile at first;
You hate it like hell for a season,
And then you are worse than the worst.
It grips you like some kinds of sinning;
It twists you from foe to a friend;
It seems it's been since the beginning;
It seems it will be to the end.

I've stood in some mighty-mouthed hollow
That's plumb-full of hush to the brim;
I've watched the big, husky sun wallow
In crimson and gold, and grow dim,
Till the moon set the pearly peaks gleaming,
And the stars tumbled out, neck and crop;
And I've thought that I surely was dreaming,
With the peace o' the world piled on top.

The summer -- no sweeter was ever;
The sunshiny woods all athrill;
The grayling aleap in the river,
The bighorn asleep on the hill.
The strong life that never knows harness;
The wilds where the caribou call;
The freshness, the freedom, the farness --
O God! how I'm stuck on it all.

The winter! the brightness that blinds you,
The white land locked tight as a drum,
The cold fear that follows and finds you,
The silence that bludgeons you dumb.
The snows that are older than history,
The woods where the weird shadows slant;
The stillness, the moonlight, the mystery,
I've bade 'em good-by -- but I can't.

There's a land where the mountains are nameless,
And the rivers all run God knows where;
There are lives that are erring and aimless,
And deaths that just hang by a hair;
There are hardships that nobody reckons;
There are valleys unpeopled and still;
There's a land -- oh, it beckons and beckons,
And I want to go back -- and I will.

They're making my money diminish;
I'm sick of the taste of champagne.
Thank God! when I'm skinned to a finish
I'll pike to the Yukon again.
I'll fight -- and you bet it's no sham-fight;
It's hell! -- but I've been there before;
And it's better than this by a damsite --
So me for the Yukon once more.

There's gold, and it's haunting and haunting;
It's luring me on as of old;
Yet it isn't the gold that I'm wanting
So much as just finding the gold.

It's the great, big, broad land 'way up yonder,
It's the forests where silence has lease;
It's the beauty that thrills me with wonder,
It's the stillness that fills me with peace.

(Robert Service)

Alle Landschaften

Alle Landschaften haben
Sich mit Blau erfüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.

Leichte Geschwader, Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels dahinter
Zergehen in Wind und Licht.

Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.

Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern und halten
Kerzen vor ihr Gesicht

(Georg Heym)

What would the world be, once bereft
Of wet and of wildness? Let them be left,
O let them be left, wildness and wet;
Long live the weeds and the wilderness yet.

Was wäre die Welt, einmal beraubt
Des Nassen und des Wilden? Lasst sie nicht enden,
Ach lasst sie nicht enden, Wildes und Nass;
Lang leb die Wildnis, das wuchernde Gras.

(Gerard Manley Hopkins)

Aber wie lange ich auch vor den Weißdornbüschen verharrte und ihren unsichtbaren und in der Luft stehenden Geruch einatmete, mit meinen Gedanken zu fassen versuchte, die nichts mit ihm anzufangen wußten, ihn verlor, wiederfand oder in den Rhythmus einfiel, der seine Blütenblätter hier und da mit jugendlicher Beschwingtheit und in unerwarteten, bestimmten musikalischen Intervallen gleichenden Abständen hin- und herschwenkte, sie spendeten in steter und unermüdlicher, verschwenderischer Fülle ihren immergleichen Zauber, ohne mir jedoch zu gestatten, tiefer in ihn zu dringen, ähnlich wie bestimmte Melodien, die man hundertmal nacheinander spielen kann, ohne doch ihrem Geheimnis irgend näher zu kommen. Einen Moment lang wandte ich mich von ihnen ab, um mich ihnen hinterher mit frischen Kräften erneut nähern zu können. Spielerisch verfolgte ich bis zu der Böschung, die hinter der Hecke steil zu den Feldern hin anstieg, eine hier und da verloren stehende Mohnblume oder eine müßige, am Weg zurückgebliebene Kornblume, deren Blüten den Hang dekorierten wie die Bordüre eines Teppichs, auf der das ländliche Motiv noch sehr zurückhaltend dargestellt ist, das dann auf dem großen Medaillon triumphiert; vereinzelt noch und weit auseinander stehend wie abgelegene Häuser, die bereits die Nähe des Dorfs ahnen lassen, kündeten sie mir von den immensen Weiten, über die der Weizen wogt und die Schäfchenwolken ziehen, und der Anblick einer einzigen Mohnblume, die ihre rote Flagge über die Toppen hißte und hoch über ihrem fettglänzenden, schwarzen Schanzkleid im Wind knattern ließ, ließ mein Herz höher schlagen, ganz wie dem Reisenden, der auf dem platten Land ein erstes gestrandetes Boot entdeckt, das von einem Kalfaterer repariert wird, und ausruft, bevor er es selbst noch gesehen hat: »Das Meer! «. (Marcel Proust)

Ich denke, wir sollten den Kosmos nicht mit den Augen des Rationalisierungsfachmanns betrachten. Verschwenderische Fülle gehört seit jeher zum Wesen der Natur. (Albert Einstein)

Abschied

Ich gehe nun für immer von dir
mein jüngerer Bruder
du wirst mich nie wiedersehen.

Aber im Sommer
erwarte mich mit dem Sturm
aus dem Gewitterregen werde ich sprechen
mit der Stimme des Donners
sage dann zu mir
Willkommen Bruder.

Und im Spätherbst
höre auf mich des Nachts
denn ich werde zu dir sprechen
mit der Stimme des Nebels
sage dann zu mir
Willkommen Bruder.

Nun gehe ich für immer
aber ich werde in jedem Sturm sein
der zu dir kommt.

(Navajo)

 

Ich liebe die Einsamkeit, auch wenn ich alleine bin. (Jules Renard)

Nature

"Nature" is what we see—
The Hill—the Afternoon—
Squirrel—Eclipse— the Bumble bee—
Nay—Nature is Heaven—
Nature is what we hear—
The Bobolink—the Sea—
Thunder—the Cricket—
Nay—Nature is Harmony—
Nature is what we know—
Yet have no art to say—
So impotent Our Wisdom is
To her Simplicity.

(Emily Dickinson)

Standing on the bare ground, — my head bathed by the blithe air, and uplifted into infinite space, — all mean egotism vanishes. I become a transparent eye-ball; I am nothing; I see all; the currents of the Universal Being circulate through me; I am part or particle of God. (Ralph Waldo Emerson, Nature)

Die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, altes mit neuen Augen zu sehen. (Marcel Proust)

Auf den Bergen wohnen selige Geister. Sie schlürfen den Wind und trinken den Tau. (Liä Dsi)

Nichts kommt der Stille, nichts der Leere gleich. Durch Stille, durch Leere findet man Heimat, durch Nehmen und Geben verliert man seinen Ort. (Liä Dsi)

 

Meeresstille

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.

(Johann Wolfgang von Goethe)
 

Ein Gleiches

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

(Johann Wolfgang von Goethe)
 

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz.

(Johann Wolfgang von Goethe)
 

Harzreise (Auszug)

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.

Lebet wohl, ihr glatten Säle,
Glatte Herren! Glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf euch niederschauen.

(Heinrich Heine)
 


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